10.10.2015 / Inland / Seite 5

Prekär von Staats wegen

Es gibt keine Festeinstellung von Lehrern für Integrationskurse. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist überfordert

Aglaja Beyes-Corleis

Es gibt einen Konsens: Deutschkurse seien das Wichtigste und die Voraussetzung, um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Manchmal mischt sich diese Binsenweisheit mit der populistischen Forderung, es sei eine Pflicht, »unsere Sprache zu erlernen«. Und dann wird gleich nachgeschoben, was zu unterrichten sei: die Werte des Grundgesetzes. Diese Kurse, zu denen viele etwas zu sagen haben, werden allerdings gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße angeboten. Die in den letzten Wochen zu uns gekommenen Flüchtlinge dürfen nicht an Integrationskursen teilnehmen, solange sie nicht offiziell anerkannt sind. Wer Glück hat, bekommt einmal in der Woche etwas Unterstützung von Ehrenamtlichen. Um einen regulären Sprachkurs handelt es sich dabei nicht.

Nun sollen nach dem Willen der Wirtschaft und der Regierung Menschen »mit sicherer Bleibeperspektive« schneller in Integrationskurse. Das sind vor allem die Flüchtlinge aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, So...

Artikel-Länge: 5323 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe