07.10.2015 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Madrid jagt S&P vom Hof

Hauptstadtverwaltung kündigt Vertrag mit Standard & Poor's. Auch Fitch muss gehen. Über 107.000 Euro im Jahr anderweitig nutzbar

Robert Ojurovic

Da scheint der Schuss nach hinten losgegangen zu sein: Ohne großes Zaudern und mit Rückgrat hat die linke Stadtverwaltung von Madrid auf eine Nachricht der US-amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) reagiert. Das private gewinnorientierte Unternehmen hatte Mitte September ein Ultimatum gestellt: Für den Fall, dass die neue Bürgermeisterin Manuela Carmena vom linken Parteienbündnis »Ahora Madrid« und ihre Stadtverwaltung weiter die Rückzahlung von über 4,5 Milliarden Euro an Schulden überprüfen (und notfalls blockieren) würde, werde man die Kreditwürdigkeit der spanischen Hauptstadt auf Ramschniveau herabstufen. S&P rechtfertigte die Drohung mit »unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und ungeahnten negativen Effekten« für die Stadt, solange es dort keine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik gebe. Zugleich lobte die Agentur die »guten Ansätze« der Austeritätspolitik der konservativen Vorgängerregierung unter Ana Botella (PP) und hob die Kre...

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