23.09.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Israel als Vorbild

Wie in Ungarn der Hass gegen Flüchtlinge geschürt wird und Orbán sich als »Retter Europas« präsentiert

Sándor Horváth

Bis Anfang dieses Jahres hat die ungarische Bevölkerung aus den ungarischen Medien über die europäische Flüchtlingssituation kaum etwas erfahren. Es gab in der Presse und im Internet so gut wie keine seriösen Informationen über Flüchtlinge im Land und in der Welt. In Ungarn leben im europäischen Vergleich auch heute verschwindend wenige Ausländer, die Quote ist ähnlich niedrig wie in Japan.

Nach den Wahlsiegen im vorigen Jahr glaubte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, endgültig machen zu können, was er nur will. Eine Serie von Fehlentscheidungen war die Folge. Wegen des damit verursachten Popularitätsverlusts mussten die skrupellosesten Ratgeber her. Zu Hilfe gerufen wurde vor allem eine der dunkelsten Gestalten der amerikanischen Politikberaterindustrie: Arthur J. Finkelstein, auch als »Godfather of dirty politics« oder »Vater der Negativkampagnen« bekannt. Finkelstein arbeitet weltweit für rechte und faschistische Parteien, etwa in Israel, w...

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