15.09.2015 / Feuilleton / Seite 11

Nicht auf den Knien

Sie war eine Revolutionärin. Ein Nachruf auf Renate Münder

Sebastian Carlens

Am 8. August ist Renate Münder nach langer und schwerer Krankheit gestorben. Sie war Zeugin und Mitgestalterin kommunistischer Politik in der BRD. Renate erlebte Erfolge wie Niederlagen, ihr Leben war bestimmt von der Einsicht: So, wie es ist, kann und wird es nicht bleiben.

Das war in den bleiernen Jahren der frühen BRD, als sich die alten Eliten des NS-Faschismus ein demokratisches Mäntelchen umgehängt hatten und ihren antikommunistischen Feldzug als Teil der imperialistischen Front gegen den realen Sozialismus fortsetzten, keineswegs selbstverständlich. Renate kam wie viele andere junge Menschen in den 60er Jahren zur Politik.

Eine Aufbruchstimmung erfasste die junge Generation, die »68er-Revolte« kündigte sich an. Doch »68« war mehr als eine nachholende Demokratisierung der Universitäten, auch die Arbeiterklasse war in Bewegung geraten. Unter dem Mehltau der Adenauerschen Restauration, unter Obstruktion der besonders reaktionären CSU in Bayern konnte ...

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