08.08.2015 / Inland / Seite 4

Ein Fall für den Sektenbeauftragten

Christlich-fundamentalistische Organisationen wollen gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau mobilmachen. Frauenverbände, Linke und schwul-lesbische Gruppen rufen zum Protest auf

Markus Bernhardt

Am 19. September droht den Berlinern ein unheimlicher Aufmarsch. So wollen dann, bereits zum elften Mal, christliche Fundamentalisten, Ewiggestrige und auch extreme Rechte zu einem sogenannten »Marsch für das Leben« in Berlin zusammenkommen. Unter dem Motto »gemeinsam für das Leben. Immer« wollen die Reaktionäre für ein »Europa ohne Abtreibung und Euthanasie« aufmarschieren und verwenden damit für ihre weltfremde Propaganda ausgerechnet einen Begriff, der an den systematischen Massenmord der deutschen Faschisten an psychisch Erkrankten und Behinderten erinnert.

Unterstützt wird der Aufmarsch von verschiedenen Gliederungen der CDU, der »Partei Bibeltreuer Christen« und verschiedenen evangelikalen und anderen christlich-fundamentalistischen Gruppen, die bezüglich der Religion nicht selten ein Spektrum vertreten, das dafür wirbt, die Bibel wörtlich zu nehmen.

Zwar könnte man geneigt sein, den neuerlichen Aufzug der Weltfremden mit Ignoranz zu strafen. Doch d...

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