28.07.2015 / Feuilleton / Seite 10

Zwischen Schrottplatz und Gewerbe

Wo liegt das »Herz der Finsternis«? Das Theater der Migranten führt den Kolonialroman als Performance in Berlin-Neukölln auf

Anja Röhl

Nehmen Sie Drogen? Wo kommen Sie her? Essen Sie gern Kartoffeln? Mit diesen Fragen wird man derzeit im Berliner »Theater der Migranten« empfangen. Das muss man erst mal finden im Neuköllner Kiez am Flutgraben 3. Dann aber wird man mitgenommen auf eine Reise bis in die östlichsten Zipfel des Stadtteils, wo der Schrottplatz neben dem Gewerbe steht. Die Tour bildet die Kulisse für die Aufführung eines Klassikers: Die Gruppe um Olek Witt hat sich an das »Herz der Finsternis« von Joseph Conrad gewagt.

Der Roman über den Kolonialismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts deutet auf das arrogante Verhalten der Ausbeuter. Auch das Theater der Migranten thematisiert die Attitüde der Unterdrücker. Karikiert werden verschiedene Beamtentypen, etwa der ernste, immer sachlich schauende Schreibtischtäter oder der böse-drohend auftretende Staatsangestellte. Die drängen sich auch dem Publikum auf. In der Fabrikhalle, wo der erste Teil des Stücks spielt, kommt einer in die Zus...

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