15.06.2015 / Feuilleton / Seite 10

Aufhören mit dieser »Täter-Opfer-Scheiße«

Wie ließe sich mit Verbrechen jenseits von Rechtsbegriffen umgehen? Der Dokumentarfilm »Beyond Punishment« lotet Möglichkeiten aus

Kai Köhler

Auf das Verbrechen folgt die Strafe, so jedenfalls will es die Idealvorstellung. Die Strafe soll erstens der Resozialisierung des Täters dienen; sie soll zweitens den Frieden in der Gesellschaft wiederherstellen; und drittens das Opfer (oder im Mordfall die Hinterbliebenen) zufriedenstellen. Diese Ziele sind meist nur schwer in Übereinstimmung zu bringen. Ob und wie das möglich ist, diesen Fragen widmet sich der Dokumentarfilm »Beyond Punishment« anhand dreier sehr unterschiedlicher Beispiele.

Fall eins: Leola und Lisa trauern nach mehr als elf Jahren noch um ihren Sohn bzw. Bruder, der in einem Supermarkt in der New Yorker Bronx erschossen wurde. Der ebenfalls schwarze Sean, dafür mittlerweile zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt, leugnet immer noch die Tat. Leola und Lisa nehmen an einem Programm teil, das ein Gefängnis in Wisconsin anbietet: ein Gruppengespräch zwischen Opfern und Tätern, wobei nur die Verbrechen vergleichbar sind, die Opfer jedoch nicht ...

Artikel-Länge: 6040 Zeichen

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