12.05.2015 / Inland / Seite 8

»Der Beamte würgte mich und schubste mich in den Dreck«

Zwei Jahre lang friedlich am Dagger Complex demonstriert. Am Samstag rastete plötzlich die Polizei aus. Ein Gespräch mit Daniel Bangert

Gitta Düperthal

Seit fast zwei Jahren organisieren Sie regelmäßig samstags gewaltfreie Protestspaziergänge zum Dagger Complex, einem der Stützpunkte des US-Spionagedienstes NSA. Dieses Mal wurden Sie von Polizisten attackiert. Was war los?

Zunächst war alles entspannt, wie immer bei unseren Protestspaziergängen, die ja auch satirische Ansätze haben: Die »Spionforscher« unserer Initiative »NSA-Spionschutzbund« hatten sich wie üblich vergangenen Samstag nachmittag vom Marktplatz Griesheim auf den Weg zum Dagger Complex gemacht, um den US-Geheimdienst zu beobachten.

Es hatten sich im Laufe der Zeit einige Rituale eingebürgert: Jedesmal haben wir dort kurz gegen einen maroden Zaun gestoßen, weil wir finden, dass er nicht den Sicherheitserfordernissen entspricht. Ich war auch schon mal beim Sicherheitsdienst und habe das moniert, weil ja Spione ausbrechen könnten. Die reagierten leicht genervt: »Jaja, wissen wir, und jetzt raus hier«. Wir waren dieses Mal eine Grupp...

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