11.03.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Propaganda oder Provokation?

Nach Kiewer Darstellung soll Moskau Washington gewarnt haben, bei Waffenlieferungen die Ukraine anzugreifen. US-Thinktank »Stratfor« analysiert mögliche Optionen

Reinhard Lauterbach

Am vergangenen Freitag hat sich der ukrainische Abgeordnete Anton Geraschtschenko im Kiewer Fernsehen über die Ergebnisse seines Besuchs in den USA geäußert. Er habe, berichtete der Parlamentarier, seine Gesprächspartner gefragt, warum die Entscheidung über die Lieferung tödlicher Waffen an Kiew immer noch auf sich warten lasse. Die Antwort sei gewesen: Russlands Präsident Wladimir Putin habe seinen Amtskollegen Barack Obama vor einer solchen Entscheidung eindringlich gewarnt. Liefere Washington Waffen, werde Russland eine Großoffensive gegen die Ukraine starten.

Geraschtschenko ist bekannt für sein propagandistisches Mundwerk, und wenn seine Äußerung allein stünde, wäre sie es nicht wert, sich weiter damit zu beschäftigen. Doch das ist nicht der Fall. Die Befürchtung, US-Waffenlieferungen könnten eine russische Großoffensive provozieren und damit das Objekt amerikanischer Fürsorge heftig dezimieren, ist das zentrale interne Gegenargument des realpolitisc...

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