21.02.2015 / Feuilleton / Seite 11

Sex und Würde

Jutta Resch-Treuwerth war eine Vertrauensperson

Brigitte Zimmermann

Die traurige Nachricht vom Tode Jutta Resch-Treuwerths brachte wieder ein Stück jenes Schlagzeilenjournalismus hervor, der die dazugehörige Meldung schon nicht mehr braucht. »DDR-Sexberaterin ist tot« titelte das Hamburger Abendblatt und verfehlte damit die Persönlichkeit von Jutta Resch-Treuwerth zwar nicht direkt, aber in wesentlichen Punkten. Von der »Sexberaterin« zur »Erika Berger des Ostens« ist es ja nur noch ein kleines Stück. Aber diese landesübliche Einebnung auf Weststandard bitte nicht mit Jutta Resch-Treuwerth.

Jutta und ich haben in der Redaktion Junge Welt ein paar Jahre zusammen in einem Zimmer gesessen und uns für den damaligen Bereich Schulen/Volksbildung allerlei ausgedacht, das mal mehr und mal weniger gut ankam. In der Chefredaktion und bei den Lesern meistens gut, im Zentralrat des Jugendverbandes FDJ nicht immer.

Niemand, der Jutta auch nur ein bisschen näher kannte, würde sie auf die Sexberaterin reduzieren. Sie war eine an der Uni...

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