14.02.2015 / Inland / Seite 4

Beschämende Weigerung

»Zug der Erinnerung« fordert Begleichung deutscher Schulden gegenüber Griechenland. Bundesregierung und Deutsche Bahn mauern jedoch weiter

Markus Bernhardt

Der gemeinnützige Verein »Zug der Erinnerung e.V.« hat am vergangenen Donnerstag erneut harsche Kritik am Verhalten der Deutschen Bahn (DB) und der Bundesregierung geübt. So wirft der Verein sowohl der DB als Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn,  als auch der amtierenden Bundesregierung als »juristischer Schuldnerin« vor, griechischen NS-Opfern insgesamt 75 Millionen Euro zu schulden und die Rückzahlung des Betrags nach wie vor zu verweigern.

Bei den Massendeportationen der jüdischen Bevölkerung Griechenlands nach Auschwitz  soll die Deutsche Reichsbahn Fahrtkosten im heutigen Wert von über 75 Millionen Euro erhoben haben. Nach den Berechnungen des gemeinnützigen Vereins entfallen allein 64 Millionen Euro auf Gebühren, die von den über 48.000 Deportierten der Stadt Thessaloniki gezahlt werden mussten, deren Verschleppung zwischen März und August 1943 stattfand.

Mit einer logistischen Glanzleistung stellten die Mordbeihelfer der Deutschen Reichsbahn damals 1...

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