07.02.2015 / Inland / Seite 8

»Der schnelle Griff zur Dose bleibt leider im Trend«

Trotz der potentiell tödlichen Gesundheitsgefahren halten Polizei und Politik am Einsatz von Pfefferspray fest. Ein Gespräch mit Björn Schering

Markus Bernhardt

Björn Schering ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Karin Binder (Die Linke)

Regelmäßig kommt es bei Demonstrationen und Fußballspielen zu Pfeffersprayeinsätzen durch die Polizei. Warum fordern Sie seit geraumer Zeit ein Verbot der Chemikalie?

Bei Pfefferspray kommen zwei Probleme zusammen: Der Reizstoff kann schwere Gesundheitsschäden verursachen, und er wird bei der Polizei immer beliebter. Neben dem bekannten Augenbrennen kann er auch zu Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Versagen führen. Einzelne Todesfälle werden mit Pfefferspray in Verbindung gebracht. Den Sicherheitsdatenblättern der Reizstoffhersteller ist zu entnehmen, dass Opfer fast ausnahmslos einen Arzt aufsuchen sollen. Darauf gehen die Vorschriften der Polizei kaum ein. Die Botschaft lautet: Wer Asthma hat, sollte vom Recht der Versammlungsfreiheit besser nicht Gebrauch machen.

Die Beamten behaupten hingegen, die Chemikalie würde nur gezielt gegen einzelne vermeintl...

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