13.01.2015 / Ansichten / Seite 8

Ungebetener Gast

Israelischer Wahlkampf in Paris

Knut Mellenthin

Er erwarte von den Führern der Welt, dass sie den Terror auch bekämpfen, »wenn er sich gegen Israel und die Juden richtet«, verlangte Premier Benjamin Netanjahu am Sonntag in der französischen Hauptstadt. Das ist auf den ersten Blick ein überflüssiges Ansinnen, da dies seitens der meisten Regierungen und des UN-Sicherheitsrats ohnehin bei jedem Anlass bekräftigt wird. Auch bei der Massendemonstration in Paris am Sonntag ging es, neben anderen Opfern, um ermordete Juden.

Was Netanjahu wirklich meinte, war: Israel will mehr Unterstützung für seine Kriegführung in Gaza, die keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt. Und Israel will die Europäer davon abbringen, einen Palästinenserstaat anzuerkennen. Dafür nutzt der israelische Regierungschef jede sich bietende Gelegenheit. Gleichzeitig appellierte Netanjahu an die ungefähr 600.000 französischen Juden, dass ihre »wahre Heimat« Israel sei. Mit einem ähnlichen Auf...

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