09.01.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Wunderbare Leute

Reaktionen: Mit denen, die am Mittwoch die amtliche Trauer zelebrierten, hatten die Redakteure des Charlie Hebdo nichts gemein

Hansgeorg Hermann, Paris

Mit denen, die am Mittwoch die amtliche Trauer zelebrierten, hatten die Redakteure und Zeichner des Charlie Hebdo rein gar nichts gemein. Regierende und Opposition, die Politikerkaste des von Eliteschulen und den Bedürfnissen der herrschenden Bourgeoisie geprägten repräsentativen Frankreich waren bevorzugtes Ziel dieses einzigartigen Satiremagazins. Der Altrechte Charles Pasqua lenkte die Aufmerksamkeit daher noch am Tag des Massakers auf das, was ihn und seinesgleichen – die Führerin des rechtsradikalen Front National, Marine Le Pen, etwa oder den rechtslastigen Expräsidenten Nicolas Sarkozy – nach dem blutigen Attentat wirklich umtreibt: Wie man es für Stimmungsmache ausschlachten kann, und wie man erneut beweisen könnte, dass der Islam das Abendland bedroht.

Charb, Cabu, Altmeister Wolinski und der Sarkozy-Experte Tignous waren für ihre auf der »Place de la République« trauernden Freunde »wunderbare Leute«. Sie waren die Besten ihres Fachs ...

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