18.12.2014 / Thema / Seite 12

Staatlich geprüfter Terror

Attentat auf das Münchner Oktoberfest 1980: Die Justiz rollt den Fall neu auf. Die offizielle Einzeltäterthese wird angezweifelt. Seit Jahren gibt es Hinweise auf eine Tätergruppe, die mit Wissen von Diensten und Apparaten agiert haben könnte

Wolf Wetzel

»Ich habe heute angeordnet, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden.« Das war am vergangenen Donnerstag. Generalbundesanwalt Harald Range kündigte an, dass das Attentat auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980, das größte in der deutschen Nachkriegsgeschichte, juristisch neu aufgerollt wird. »Endlich« lautete der Titel eines ganzseitigen Artikels in der Süddeutschen Zeitung vom 24. November, nachdem neue Informationen zu dem Mordanschlag bekanntgeworden waren. Sie stammen von einer Zeugin, der man damals nicht geglaubt hatte und die jetzt nochmals in Erinnerung ruft, dass die Einzeltäterthese von Anfang an die am wenigsten wahrscheinliche Annahme war und ist: »Die Frau will am Morgen nach dem Attentat einen Packen Flugblätter mit einem Nachruf auf Gundolf Köhler gesehen haben – als der Name des Täters noch nicht bekannt war«, schrieb das Blatt.

Von noch größerer Bedeutung ist aber ein Zeuge, der sich nach über 30 Jahren bei dem Rec...

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