29.09.2014 / Inland / Seite 4

Intransparent, teuer, korrupt

Fachtagung zum deutschen Pflegesystem: Kritik an milliardenschweren »kreativen« Geschäftsmodellen von Heimbetreibern und Dienstleistern

Johannes Supe
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß«: Die Pflegebranche kann das. Da werden Menschen gnadenlos auch dann in ihrer Wohnung gebadet, wenn die gar keine Wanne hat. Zumindest wird derartiges gern als »erbrachte Leistung« in Abrechnungsformulare eingetragen. Dem deutschen Pflegesystem widmeten Ende vergangener Woche die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) sowie die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung eine Fachtagung. TI hatte schon vor einem Jahr eine »Schwachstellenanalyse« zum Thema veröffentlicht.

»Es herrscht das Gegenteil von Transparenz«, urteilte Anke Martiny, Vorstandsmitglied von Transparency. »Entsetzlich viele Akteure« seien in der Pflege tätig, Transparenz hinsichtlich des Zustandekommens der Kosten folgerichtig nicht vorhanden. Neben den Anbietern von Pflegeleistungen sind etwa die Krankenkassen involviert, weiter die Pflegekassen sowie der »Medizinische Dienst der Krankenversicherung« (MDK) und die Heim...

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