27.09.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Allianz rechnet deutsche Reiche arm

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Schon wieder nationales Unheil: »Deutsche verlieren durch die EZB 23 Milliarden Euro«, so steht es als fünfspaltige Überschrift in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Wie konnte es dazu kommen? Und warum schädigt die Europäische Zentralbank gerade uns Deutsche so böswillig? Die FAZ beruft sich in ihrem Artikel auf eine Studie, die der Münchner Versicherungskonzern Allianz am vergangenen Dienstag der Presse vorstellte. Die trägt den schönen englischen Titel »Global Wealth Report« (Reichtumsbericht weltweit) und stellte für 2013 den stärksten Vermögensanstieg der Haushalte weltweit seit zehn Jahren fest. Da in der Studie Bankguthaben, Ansprüche an Versicherungen und Wertpapiere als Bruttofinanzvermögen der Haushalte zusammengezählt werden, ist wenig überraschend, daß die 2013 kräftig gestiegenen Preise am Aktienmarkt die Entwicklung der Finanzvermögen hochgetrieben haben.

Aber obwohl auch der Deutsche Aktienindex (DAX) im vergangenen Jah...

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