23.09.2014 / Thema / Seite 10

Aufstand – sonst nichts

Philosophie. Slavoj Žižek über den »revolutionären Akt« in ausweglosen Zeiten

Carolin Amlinger
Er ist der »Superstar der Kapitalismuskritik« (Zeit). Er ist radikal. Er gestikuliert wild, fast wie ein Wahnsinniger, das T-Shirt schon längst durchgeschwitzt. Jedes seiner Wörter, abgefeuert wie eine Salve zur Ankündigung der Revolution. Wenn man ihm zuhört, könnte man tatsächlich glauben, die Revolution stehe kurz bevor.

Und, das zu erwähnen wird nie vergessen: er war – oh Schreck – mit einem Unterwäsche-Model verheiratet. Slavoj Žižek ist der Liebling des bürgerlichen Feuilletons. Für dessen Vertreter ist er »Philosophie-Entertainer« und »Scharlatan« zugleich. Der von der Psychoanalyse Jacques Lacans inspirierte heute 65jährige Slowene hat sich seine eigene theoretische Welt zurechtgebogen, seinen Hegel, seinen Marx. Er betreibt zudem eine bissige Kulturkritik, sinniert über die falsche Wahl zwischen Coca-Cola und Pepsi, philosophiert über den ideologischen Gehalt einer Toilettenspülung. Ein Stehaufmännchen, das in seinem endlos...

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