22.09.2014 / Politisches Buch / Seite 15

Plötzlich Unternehmer

Eine Untersuchung zu selbstverwalteten Betrieben in Argentinien zeigt die Realität hinter den Werkstoren. Und benennt Widersprüche

Johannes Schulten
Im Jahr 2014 ein Buch über besetzte Fabriken in Argentinien? Das bedarf einer Erklärung, ist es doch recht still geworden um die zahlreichen Betriebe, die nach 2001 von ihren Belegschaften übernommen wurden. Eigentlich so still wie um die anderen Protestphänomene dieser Zeit, die arbeitslosen Straßenblockierer (Piqueteros), die Tauschringe oder die Nachbarschaftsvereinigungen.

Das Interesse kritischer Zeitgenossen dürfte sich aktuell auf andere Entwicklungen in Argentinien richten, sei es der Konflikt mit den US-Hedgefonds, seien es die wieder auflebenden, aber heillos zerstrittenen Gewerkschaften.

Nach der Lektüre von Juan Pablo Hudsons gerade erschienener Studie »Selbstverwaltete Betriebe in Argentinien« darf man froh sein, daß der Wiener Mandelbaum-Verlag auf eine gleichsam antizyklische Veröffentlichungspolitik setzt. Denn daß es still geworden ist, heißt nicht, daß es die besetzten Fabriken nicht mehr gibt. Im Gegenteil, es ...

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