22.09.2014 / Feuilleton / Seite 12

Dreh den Jutebeutel

Mit der Musikindustrie auf Klassenfahrt. Das war das Reeperbahnfestival in Hamburg

Marcus Staiger
Musik ist sowieso total überbewertet«, sagt der Mann vor mir und meint damit, daß es wesentlich wichtiger ist, den Mann mit dem Bierrucksack abzupassen, der durch die Menge tigert und Freibier verteilt. Wir stehen vor dem Grünspan, es ist der zweite Abend des Reeperbahnfestivals, und drinnen spielt wieder mal eine Band, die sich keiner anschaut.

Das Konzept des Festivals besteht zwar darin, daß von Mittwoch bis Samstag in über 60 Clubs und Spielstätten rund um die Reeperbahn Konzerte stattfinden sollen, weiter als bis vor die Tür schafft man es dann aber oft nicht. Wozu auch? Wir sind alle Berliner und treffen uns in einer anderen Stadt, um dort auf der Straße rumzustehen. Reicht doch. »Was, du hier? Was machst du denn hier? Hammer! Laß noch was trinken.«

Im Verlauf seiner fünfjährigen Geschichte ist das Reeperbahnfestival das geworden, was die Berlin Musik Week immer sein wollte und nie geschafft hat: der offizielle Nachfolger der verstorbenen Popkomm....



Artikel-Länge: 5286 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe