17.09.2014 / Thema / Seite 10

Koloniales Hinterland

Dokumentation: Wie wird sich die Zukunft der DDR gestalten? Überlegungen aus dem Jahr 1991 von Jürgen Kuczynski

Jürgen Kuczynski
Am 17. September 2014 wäre Jürgen ­Kuczynski 110 Jahre alt geworden. Der berühmte Historiker und Ökonom starb 1997 kurz vor seinem 93. Geburtstag.
Im Sommer 1989 hielt er sein wissenschaftliches Lebenswerk für abgeschlossen. Nicht bekümmert, sondern eher heiter sagte er gesprächsweise: »Mir fällt nichts mehr ein«. Das galt aber nicht für die Politik. Hier kam er auf enorm viele neue Gedanken; ihr zentrales Motiv war Unzufriedenheit. Die DDR war in einer Sackgasse. Aber diese Diagnose war für Kuczynski zugleich Ausgangspunkt eines Umschwungs, den er sich von Michail Gorbatschow, dem damaligen Generalsekretär des ZK der KPdSU, erhoffte.
Ab November 1989 zeigte sich, daß dies eine Illusion war. Die Zerstörung des Sozialismus löste bei Kuczynski neue Produktivität aus, die er sich wohl lieber erspart hätte. Er gehörte nun zu jener Kohorte alter Kommunisten, die es auf sich nahmen, die Ursachen der Niederlage zu analysieren und die Konturen jenes Kapitalismust...

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