06.09.2014 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Keiner interessiert sich mehr für Schuld an Terroranschlägen«

Gespräch mit Paul Schreyer. Zur Rolle der Medien im Ukraine-Konflikt, zu Widersprüchen in den transatlantischen Beziehungen und zum wachsenden Widerstand gegen die einseitige Berichterstattung

Reinhard Jellen
Paul Schreyer ist Autor und freier Journalist. Er veröffentlichte mehrere Sachbücher zu den Anschlägen vom 11.9.2001 und führte in der Folge eine öffentliche Debatte mit einem Stabsmitglied der offiziellen amerikanischen 9/11-Commission.

Herr Schreyer, wann und von wem wurde das Prädikat »Putin-Versteher« zum ersten Mal benutzt, und was sagt der Begriff über das analytische Niveau der Debatte zum Bürgerkrieg in der Ukraine aus?

Der Begriff Putin-Versteher kursiert seit gut zehn Jahren in den deutschen Medien, jedenfalls schon fast so lange, wie Wladimir Putin in Rußland regiert. Populär wurde er unter anderem durch einen Leitartikel von Spiegel-Redakteur Christian Neef, der 2011 in einer Überschrift von der »Arroganz der Putin-Versteher« sprach. Seither ist das Wort zum Selbstläufer geworden. Problematisch ist die Unterstellung, die damit transportiert wird – man dürfe jemanden wie Putin im Grunde gar nicht verstehen. Da ist zu fragen: Warum nicht? ...

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