03.09.2014 / Titel / Seite 1

Deutsche Waffen für Öl

Bundesregierung rüstet kurdische Peschmerga für Kampf gegen »Islamischen Staat« auf und entsorgt ihre Altbestände. Gefahr des Einsatzes von Pistolen gegen Oppositionelle

Nick Brauns
Die Bundesregierung will mit Waffen- und Ausrüstungshilfe einen Großverband von 4000 kurdischen Peschmerga-Soldaten im Nordirak ausstatten. Strategisches Ziel sei es, daß die Streitkräfte der Autonomieregion deren Territorium gegen die Angriffe des »Islamischen Staates« (IS) halten und begrenzt auch verlorenes Gebiet zurückerobern können, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sieht man sich die Zusammensetzung der Waffenlieferungen an, entsteht allerdings der Eindruck, die Bundesregierung wolle sich vor allem die Gunst des über riesige Öl- und Gasreserven gebietenden kurdischen Präsidenten Masud Barsani erhalten, ohne andererseits dessen Bestrebungen zur Ausrufung eines unabhängigen Kurdenstaates durch die Lieferung von schweren Waffen zu befördern.

Geliefert werden vor allem Handfeuerwaffen, darunter je 8000 G3- und G36-Sturmgewehre mit sechs Millionen Schuß Munition. Sturmgewehre in den Nordirak zu schicken, ist allerdings ...

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