27.08.2014 / Inland / Seite 5

Kernkompetenz Krieg

Rüstungslobbyistin IG Metall: Funktionär betont »zivilen Charakter« vieler Produkte deutscher Waffenschmieden. Tatsächlich sind sie auch Polizei und Geheimdiensten nützlich

Peer Heinelt
Die Industriegewerkschaft Metall hat ein großes Herz für die hiesigen Produzenten von Mordinstrumenten. Erst vergangene Woche betonte Jürgen Bühl, Leiter des beim Vorstand der IG Metall angesiedelten »Arbeitskreises Wehrtechnik und Arbeitsplätze«, die »Verantwortung« der Bundesregierung für die Rüstungsindustrie. Anlaß war ein Treffen von Betriebsräten deutscher Waffenschmieden mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der die Belegschaftsvertreter durch seine Ankündigung, den Export von Kriegsgerät künftig etwas restriktiver zu handhaben, gegen sich aufgebracht hatte. Schon zuvor hatten sie in einem Brief an den als »lieber Sigmar« titulierten SPD-Vorsitzenden erklärt, es sei »kurz vor zwölf für einige Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie«, und vor dem Verlust nationaler »Kernkompetenzen« gewarnt. Auch nach dem Gespräch mit Gabriel forderte etwa Ralf Bergschneider, Betriebsrat des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann »dringend neue P...

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