25.08.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

»Unnatürliche Staaten«

US-Spaltungspläne für den Mittleren Osten

Jörg Kronauer
Ein »Freies Kurdistan« – das hat bereits im Juni 2006 Ralph Peters gefordert. Der ultrarechte US-Publizist, der es im Military Intelligence Corps der U.S. Army bis zum Oberstleutnant brachte, publizierte damals einen Artikel und eine Landkarte in der US-Militärzeitschrift Armed Forces Journal. Der Bürgerkrieg im Irak eskalierte gerade, und Peters meinte, einen Lösungsvorschlag in die Debatte werfen zu müssen, den so manche US-Militärs bereits 2003 befürwortet hatten: Man solle den Irak in drei Teile zerlegen. Die nah- und mittelöstlichen Grenzen, einst von den Kolonialmächten gezogen, entsprächen den ethnisch-religiösen Verhältnissen nicht; nur wenn man sie neu ziehe, also ethnisch bzw. religiös halbwegs »reine« Gebilde schaffe, dann könne man die Region befrieden. Iran etwa, »ein Staat mit verrückten Grenzen«, habe seine arabischsprachigen Landesteile abzutreten. Pakistan, »ein anderer unnatürlicher Staat«, müsse große Gebiete Afghanistan und einem...

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