21.08.2014 / Ausland / Seite 7

Machtverschiebung im Donbass

Russische Nationalisten verlieren Einfluß an Einheimische und Transnistrier

David X. Noack
Nach mehreren militärischen Niederlagen hat sich das Gesicht der »Volksrepublik Donezk« (VRD) verändert. So ist in der vergangenen Woche mit Igor Girkin, auch genannt »Strelkow«, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der international nicht anerkannten Republik zurückgetreten. Bereits eine Woche zuvor hatte der Premier der VRD, Olexander Borodai, seinen Rücktritt angekündigt. Letzterer ist Politikwissenschaftler und stand zuletzt vermehrt wegen seines unprofessionellen Verhaltens in der Kritik. Die beiden bekanntesten Vertreter der VRD unterhielten auch Kontakte zur russischen Rechten, die somit an Einfluß verliert. Ähnlich wie im Jugoslawienkrieg sowie in vielen politischen Auseinandersetzungen in den 1990er Jahren in Osteuropa hatten sich auch in Donezk verschiedene soziale und nationale Kräfte gegen einen gemeinsamen Feind zusammengefunden. In der Verfassung der VRD wurden dementsprechend nicht nur ein Sozialstaat, sondern auch traditionalistische Fami...

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