16.08.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

»Das Land funktioniert«

Zwei Wochen nach der technischen Staatspleite kämpft Argentinien mit altbekannten Problemen. Einschnitte dürften unvermeidlich sein. Die Frage ist, wo gespart wird. Ein Gespräch mit Matías Kulfas

Johannes Schulten
Matías Kulfas ist argentinischer Wirtschaftswissenschaftler. Zwischen 2012 bis 2013 war er Geschäftsführer der argentinischen Zentralbank, davor leitete er die Banco de la Nación und war im Industrieministerium für kleine und mittelständische Unternehmen zuständig.

Seit etwa zwei Wochen gilt Argentinien auf den internationalen Finanzmärkten als zahlungsunfähig. Wie ist die Situation im Land?

Das Land funktioniert mehr oder weniger wie immer. Das heißt, wir kämpfen mit den Problemen, die wir schon seit einigen Jahren mit uns herumschleppen: der hohen Inflation oder der abflauenden Konjunktur. Das hat relativ wenig mit der Entscheidung aus New York zu tun. Die Gründe liegen tiefer.

Die Regierung um Präsidentin Fernández de Kirchner betont bei jeder Gelegenheit, daß es sich um keinen Staatsbankrott handelt. Warum ist es für sie so wichtig, daß das Land nicht als zahlungsunfähig angesehen wird?

Der Regierung möchte zeigen, daß Argentinien seinen Schuldendiens...

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