09.08.2014 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Büchergrüfte und Bibliotheksbestattungen

Eric W. Steinhauer
Der argentinische Dichter Jorge Luis Borges (1899–1986) hat Bibliotheken einmal als eine Art Paradies bezeichnet. Borges war ein großer Bücherenthusiast und ein leidenschaftlicher Leser. Unter den Autoren, die er besonders schätzte, war auch der schwedische Naturforscher und Theosoph Emanuel Swedenborg (1688–1772). In einem »Geistlichen Tagebuch« hat dieser die erstaunlichen Erlebnisse vieler visionärer Jenseitsreisen festgehalten. Auf einer seiner Reisen wurde ihm in der himmlischen Welt der Engel auch eine wunderbare Bibliothek gezeigt. Für einen Bibliophilen wie Borges war es sicher kein geringer Trost, dies zu lesen. Wenn aber die Bibliothek, sei es als Paradies oder irgendwo im Himmel, ein Ort jenseitiger Sehnsucht ist, erscheint es naheliegend, Menschen nach ihrem Tod dort zu bestatten. Solche Bibliotheksbestattungen gibt es tatsächlich!

Recht bekannt ist der Fall des Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus (ca. 45–ca. 120)...

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