02.08.2014 / Titel / Seite 1

Indien rettet die Welt

Weniger Profit, aber Hunderte Millionen Arme dürfen hoffen: Regierung des 1,3-Milliarden-Volks verweigert Zustimmung zum Bali-Abkommen der WTO

Klaus Fischer
Das Bali-Abkommen ist gescheitert. Die im Dezember auf der indonesischen Ferieninsel im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbarten Regelungen können nicht in Kraft gesetzt werden. »Wir waren nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, mit der wir den Graben hätten überbrücken können«, erklärte WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo in der Nacht zum Freitag in Genf. Dort hatten sich Vertreter der 160 Mitgliedsstaaten getroffen, um das nach einem 20jährigen Prozeß von Verhandlungen, Verlockungen und Erpressungen Vereinbarte endgültig zu beschließen.

Der Öffentlichkeit ist »Bali« als ein »Durchbruch« für kommende »Handelserleichterungen« bekannt. Überall auf der Welt sollte der Kommerz zu gleichen Regeln und unter Androhung gleicher Sanktionen stattfinden können. Alles Böse, wie Zölle, Aus- und Einfuhrbeschränkungen oder gar Subventionen, wäre ausgemerzt. Entsprechend verstört reagierte man auf das Scheitern: »Wir bedauern, daß eine Handvo...

Artikel-Länge: 3831 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe