31.07.2014 / Inland / Seite 5

Bankrotterklärung

Sozialverband Deutschland zieht nach zehn Jahren eine Bilanz der Hartz-Gesetze und fordert grundlegende Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik

Michael Merz
Viele Zahlen könnten genannt werden, die das Scheitern der Hartz-Gesetze illustrieren. Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), pickte sich eine heraus, die die sozialen Folgen besonders deutlich macht: 2004 lag die Verweildauer im System des zweiten Sozialgesetzbuches bei durchschnittlich 48 Wochen, 2014 sind es ganze 130 – zweieinhalbmal länger. Zehn Jahre Hartz-Gesetze, das nahm der SoVD am gestrigen Mittwoch in Berlin zum Anlaß, eine grundlegende Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik zu fordern.

Die Bilanz sei niederschmetternd. Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt immer erschreckendere Ausmaße an, Menschen werden ausgesondert und stigmatisiert. Zwei Drittel der Jobsuchenden – insbesondere Behinderte, Ältere oder weniger Qualifizierte – haben kaum eine Chance, in einen regulären Job einzusteigen. Das alles sei unwürdig und bereite ihm tiefe Sorge, erklärte Bauer. Auswirkungen der Hartz-Gesetze bekämen ni...

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