31.07.2014 / Thema / Seite 10

Inszenierter Zwischenfall

Geschichte. Vor 50 Jahren: Ein angeblicher Beschuß zweier US-Kriegsschiffe durch ­nordvietnamesische Schnellboote im Golf von Tongking Anfang August 1964 diente den USA zur Rechtfertigung ihres Krieges gegen Vietnam

Knut Mellenthin
Die Genfer Indochinakonferenz vom Juli 1954 (siehe jW-Thema vom 21. Juli) setzte der französischen Kolonialherrschaft über Laos, Kambodscha und Vietnam ein Ende, Paris zog seine Truppen ab. Die 1945 gegründete Demokratische Republik Vietnam (DRV) unter Präsident Ho Chi Minh, die den Franzosen zuvor, im Mai 1954, bei der Schlacht von Dien Bien Phu eine schwere Niederlage zugefügt hatte, mußte allerdings als ein Verhandlungsergebnis hinnehmen, daß südlich des 17. Breitengrades eine militärische Demarkationslinie gezogen wurde, hinter die sich beide kriegführenden Parteien zurückzuziehen hatten. Eine dauerhafte Teilung Vietnams war damit nicht vorgesehen. An die Stelle Frankreichs traten mehr und mehr die USA, die mit Ngo Dinh Diem eine ihnen botmäßige Marionette installierten, die zum antikommunistischen Gegenspieler Ho Chi Minhs im Süden des Landes (Südvietnam) aufgebaut wurde. Gegen die von den USA protegierte dortige Regierung kämpfte seit 1955 die Natio...

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