24.07.2014 / Feuilleton / Seite 13

Marxologie, freischwebend

Ein Versuch, den Sozialdemokraten Iring Fetscher zu verstehen

Arno Klönne
Sigmar Gabriel fand die Zeit für einen kurzen Nachruf: Die Sozialdemokratische Partei verdanke ihm viel, dem am vergangenen Samstag im Alter von 92 Jahren verstorbenen Politologen Iring Fetscher. »Wohlwollend-kritisch« habe er die SPD »begleitet«, die Arbeit ihrer Grundwertekommission »seit den Anfängen mitgeprägt« und eine »Brücke geschlagen zwischen akademischer Sozialwissenschaft und sozialdemokratischer Grundsatzdebatte«.

Das klingt schön, vor allem für ein Publikum, dem ein näherer Blick auf den Lebensweg und das Werk des so Gewürdigten nicht zugemutet wird; man hätte gern noch erfahren, worin denn »Wohlwollen« für und »Kritik« an der SPD in dieser politischen Biographie zu finden sind. Allerdings handelt es sich um die Vergangenheit der Partei; die ideellen Konflikte, in denen Fetschers wissenschaftliche Arbeiten ihren Platz hatten, sind für die deutsche Sozialdemokratie heute ohne Bedeutung. Mit der Frage, ob die Theorien des Karl Marx...

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