12.07.2014 / Inland / Seite 8

»Die Behörde verschickt kurzfristig Briefe«

In Osnabrück verhindern Aktivisten regelmäßig die Abschiebung von Flüchtlingen. Mit dabei: eine grüne Ratsfrau. Gespräch mit Anke Jacobsen

Gitta Düperthal
Anke Jacobsen ist Ratsfrau (Bündnis 90/Die Grünen) in Osnabrück und zuständig für Soziales, Gesundheit, Finanzen und Vorsitzende des Sozialausschusses

Abschiebung in Osnabrück: Rund 100 Leute aus Kirche, sozialen Einrichtungen und Initiativen versammeln sich morgens vorm Flüchtlingslager. Die Polizei zieht dann unverrichteter Dinge wieder ab. Vor wenigen Tagen war so die Abschiebung eines Syrers nach Italien verhindert worden. In sozialen Netzwerken wird gejubelt: »Das Beispiel sollte Schule machen.« Wie ist das organisiert?

Seit März haben wir nach meiner Kenntnis alle Abschiebungen hier in Osnabrück so verhindern können – dies war die zehnte. Dabei geht es stets um sogenannte Rückführungen nach der Dublin-II-Regelung; Flüchtlinge sollen in das EU-Land zurück, das sie auf ihrem Fluchtweg als erstes betreten haben. Wir haben in Osnabrück eine Telefonkette eingerichtet, die weit über 100 Nummern enthält. Sie wird immer dann aktiviert, wenn wir von ei...

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