08.07.2014 / Thema / Seite 10

Alles fürs Vaterland

Vorabdruck. Berichte aus dem Belgien unter deutscher Besatzung im Ersten Weltkrieg: Erotik und Spionage in der Etappe Gent

Heinrich Wandt
In diesen Tagen erscheint im Karl Dietz Verlag Berlin das Buch »Erotik und Spionage in der Etappe Gent. Deutsche Besatzungsherrschaft in Belgien während des Ersten Weltkrieges«. Der Autor ist der 1965 verarmt und vereinsamt verstorbene Heinrich Wandt. Der 1890 Geborene wurde mit 16 Jahren Mitglied der SPD. Während des Wehrdienstes 1913/14 desertierte er, wurde verhaftet und kam im November 1914 an die Westfront, wo er sofort in den Schützengraben geschickt wurde. Ab Mai 1915 begann er mit der Niederschrift des späteren Buchs »Etappe Gent«. Es erschien 1920 in hoher Auflage. Von 1921 an wurde Wandt mehrmals verhaftet. »Der Inhalt der hier vorgelegten Texte wurde zwischen 1920 und 1928 von deutschen Gerichten in über 50 Verfahren geprüft – und bestätigt. Damit wurde Wandts ›Etappe Gent‹, wenn auch unfreiwillig, das höchste Gütesiegel für Wahrheitsgehalt verliehen, das sich für die Weimarer Republik denken läßt: das der Justiz«, heißt es ...

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