07.07.2014 / Inland / Seite 4

Infrastruktur in Gefahr

Pleitegeier über Gera: Erst meldeten die Stadtwerke Insolvenz an, jetzt folgten die Verkehrsbetriebe. Busse und Bahnen standen wegen außerordentlicher Betriebsversammlung still

Susan Bonath
Im thüringischen Gera gerät die öffentliche Daseinsvorsorge ins Wanken. Nach der Pleite der Stadtwerke vor gut einer Woche ist am Freitag deren Tochtergesellschaft, die Geraer Verkehrsbetriebe (GVB), in die Insolvenz geschlittert. Jetzt liegt die Zukunft beider kommunalen Unternehmen der 100000-Einwohner-Stadt in den Händen von Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Bundesweit ist dies die erste Pleite einer öffentlichen Verkehrsgesellschaft, wie Jaffé im »Insolvenz Portal« online informierte.

Geras Kassen sind seit Jahren leer. 2012 hatte Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos) eine totale Haushaltssperre verhängt. Alle Ausgaben über 500 Euro muß sie seitdem selbst bewilligen. Für 2014 rechnet sie mit einem Defizit von 13 Millionen Euro. Auch die Stadtwerke-Holding schreibt schon länger rote Zahlen. Bei einer Kontrolle der Energieversorgungsanlagen im Mai wurde zudem ein Werteverlust von rund 20 Millionen Euro festgestellt. Die Stadt wendete die drohende ...

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