07.07.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Rücksichtslose Multis

Wenn deutsche Konzerne im Ausland Mitarbeiterrechte mit Füßen treten. Eine Gewerkschaftskonferenz in Berlin diskutierte Gegenstrategien

Alexander Schmidt
Die Deutsche Telekom gilt als »gutes« Unternehmen; etwas schläfrig vielleicht, dafür werden aber halbwegs anständige Löhne gezahlt, Arbeitszeiten und sonstige Regeln weitestgehend respektiert. Und wenn das Management einmal, wie etwa 2007, versucht, durch Ausgliederungen Tarifflucht zu begehen, kann die ordentlich organisierte Gewerkschaft ver.di zumindest Schlimmstes verhindern. Für die Zehntausenden Arbeiter, die die Deutsche Telekom bei ihren ausländischen Tochtergesellschaften beschäftigt, dürfte diese Beschreibung nur Hohn hervorrufen: »Die Deutsche Telekom versucht ohne Rücksicht auf Verluste, die Kosten zu senken«, klagte etwa ein kroatischer Gewerkschafter am Donnerstag auf einer gemeinsamen Veranstaltung von ver.di, der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD in Berlin.

2006 hat die Telekom das Telefonnetz vom kroatischen Staatskonzern übernommen. Seither wurden nicht nur 60 Prozent der Arbeitsplätze ges...

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