07.07.2014 / Thema / Seite 10

Vergessene Tote

Analyse. Die Zahl der Opfer, die die Kriege des Westens fordern, liegt deutlich höher, als üblicherweise behauptet. Teil II (und Schluß): Der Body Count in Afghanistan und Pakistan

Lühr Henken
Angaben zur Zahl von Kriegsopfern sind ein Politikum. Wenn westliche Staaten aus angeblich humanitären Gründen Kriege führen, muß dem kritischen Publikum daheim plausibel gemacht werden, daß der Krieg zu einer Verbesserung der humanitären Lage vor Ort geführt hat. Hohe Opferzahlen unter den eigenen Leuten, aber auch im angegriffenen Land wirken da kontraproduktiv.

Deshalb verzichten USA und NATO darauf, Todesopfer ihrer Angriffe in fremden Ländern zu zählen; akribisch werden jedoch die eigenen toten Soldaten notiert. Alle anderen Todeszahlen beruhen auf Schätzungen, die gewöhnlich auf zwei verschiedenen Wegen ermittelt werden: zum einen nach der passiven Methode. Sie erfaßt Tote aus Meldungen in Medien, Polizeiberichten oder Krankenhausveröffentlichungen. Erfahrungsgemäß gibt diese passive Methode allerdings nur über einen Teil der Getöteten Auskunft. Präzisere Angaben erhält man aus Befragungen vor Ort (aktive Methode), deren Ergebnisse über...

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