07.07.2014 / Politisches Buch / Seite 13

Geistlose Apologie

Herfried Münklers Buch über den Ersten Weltkrieg

Daniel Bratanovic
Von Peter Hacks gibt es, aufgeschrieben 1987, im Begleitessay zu seinem Stück »Jona« einen Satz, der dem Leser zur Orientierung bei der Lektüre der »Großschrift« aus der Feder Herfried Münklers gleichsam leitmotivisch vorangestellt werden kann. Er lautet: »Die Außenpolitik ist an der Politik das Geistlose«. Dieser fehle, schreibt Hacks, »zur Vernunft nicht lediglich der Inhalt; ihr fehlt sogar die Form der Vernunft, die Folgerichtigkeit: ein Zusammenhang, der Schlüsse zuläßt«.

Nun ist Münkler kein Außenpolitiker. Von Hause aus Politikwissenschaftler ist er aber, wie es sich für einen anständigen deutschen Professor gehört, Politikberater. Er macht das sogar so gut, daß man ihm irgendwann einmal das Eindruck schindende Prädikat »Ein-Mann-Think-Tank« verliehen hat. Das verpflichtet. Und letzten Endes muß auch »Der Große Krieg« als Politikberatung gelesen werden. Denn Münklers Geschichte über »Die Welt 1914–1918«, die im übrigen aus einer sehr deutsch...

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