23.06.2014 / Thema / Seite 10

Prägende Gemeinsamkeiten

Hintergrund. Die Beziehungen zwischen China und Rußland. Teil II (und Schluß): Von tiefer Entzweiung zu einer gemeinsamen Kritik der Expansionsbestrebungen von USA und NATO

Ingo Nentwig
Die selbständige Außenpolitik Chinas, besonders seine Beteiligung an der Bewegung der Blockfreien, war das erste Anzeichen dafür, daß es einen Sonderweg gehen würde. Auch wenn man in den 1950er Jahren noch die Führungsrolle der Sowjetunion zumindest verbal anerkannte, mangelte es der chinesischen Seite nicht an Selbstbewußtsein. Mao war als marxistischer Theoretiker, als erfolgreicher Militärstratege und als Gründer der Volksrepublik bereits damals eine legendäre Persönlichkeit. Seine politische Agenda bestand im Kern aus zwei Sätzen: »Das chinesische Volk ist aufgestanden« und »Rebellion ist gerechtfertigt«. Der erste Satz war das Motto der Staatsgründung gewesen. Nie mehr sollte China »der kranke Mann Asiens« sein, nie mehr sollte es unter Kolonialismus, Aggression und aufgezwungenen, ungleichen Verträgen zu leiden haben. Der zweite Satz stammte aus einer Rede im Dezember 1939, war aber bis zur Kulturrevolution nicht publiziert worden. Er stand für eine...

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