21.06.2014 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Rauben und plündern

Whistleblower Lenin: Die am Ersten Weltkrieg beteiligten Mächte schlossen über die Aufteilung der erwarteten Beute Geheimverträge. Den zur Türkei veröffentlichten die Bolschewiki 1917

In einem geheimen Vertrag einigten sich Großbritannien und Frankreich am 16. Mai 1916 über die koloniale Aufteilung des Osmanischen Reiches nach dessen erwarteter Niederlage im Ersten Weltkrieg. Es ging um Palästina, Jordanien, Syrien und Irak, deren bis heute zumeist gültige Grenzen willkürlich gezogen wurden. Die Übereinkunft wird nach den beteiligten Diplomaten Mark Sykes und François Georges-Picot »Sykes-Picot-Abkommen« genannt. Offiziell hatte Großbritannien den Arabern der Region zugesagt, ihre Unabhängigkeit anzuerkennen. Später wurden Italien und Rußland in den Geheimvertrag einbezogen. Italien sollte einige Inseln und das Gebiet Izmir, Rußland Armenien und Teile Kurdistans erhalten. Am 23. November 1917 veröffentlichte die russische Revolutionsregierung das Abkommen. Lenin hatte während des Ersten Weltkrieges auf die Existenz von Geheimverträgen immer wieder hingewiesen und verlangte nach der russischen Februarrevolution 1917 deren Publikation vo...

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