20.06.2014 / Inland / Seite 5

Mittellos im Elend

Ohne Geld, Unterkunft und Papiere: Aktivisten suchen in Rom nach abgeschobener Flüchtlingsfamilie aus Afrika. Scharfe Kritik an Sachsen-Anhalts Behörden

Susan Bonath
Dutzende Menschen protestierten am Donnerstag, einen Tag vor dem heutigen Weltflüchtlingstag, vor dem Magdeburger Landtag. Sie warben für Solidarität mit der am Dienstag ausgewiesenen afrikanischen Familie Haji (siehe jW vom 18. Juni). Zudem kritisierten sie die »menschenverachtende Abschiebepraxis« der BRD. Der Fall Haji zeige, wie rücksichtslos das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg Bundesgesetze durchboxten, mahnte der Unterstützerkreis der Familie. Die Ämter hätten ihren Ermessensspielraum nicht genutzt. Derzeit säßen Hassan Haji, seine kranke Frau und deren zwei Kinder im Alter von einem und zwei Jahren in Rom auf der Straße – ohne Geld, Unterkunft und Papiere. Dortige Behörden sollen sie wegen überfüllter Aufnahmelager am Bahnhof der italienischen Hauptstadt ausgesetzt haben.

Derzeit versuchen Aktivisten aus Deutschland, der Familie eine Bleibe in Rom zu beschaffen, wie [solid]-Sprecher Robert Fietzke am Donnerstag gegenüber jW sagte...

Artikel-Länge: 4923 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe