17.06.2014 / Thema / Seite 10

Mensch als Auslaufmodell

Hintergrund. Technoreligion: KI-Forscher, Robotiker und Technikphilosophen entwerfen Szenarien einer »posthumanen Zivilisation«

Thomas Wagner
Im Herbst 1985 unternahm der marxistische Soziologe Hans G Helms eine Studienreise in die USA, wo er mit einer ganzen Reihe von Wissenschaftlern im Bereich der Mikroelektronik sprach. Einer von ihnen war James McAlear, damals Präsident des Unternehmens Gentronix Laboratories, das sich auf die Forschung und Entwicklung von organischen Mikroprozessoren spezialisiert hatte. Sie sollten eine milliardemal kleiner und leistungsfähiger als die damals gebräuchlichen Siliziumchips sein. Das alles diene, so McAlear, dem »wichtigsten Ereignis in der Geschichte der Menschheit«1, der »Entwicklung von Computerkapazitäten, die die des Menschen eigenen ›Computers‹ übertreffen werden«. Es gebe keinen Grund, warum diese Roboter sich dann nicht selbst bauen und entwerfen könnten. Allerdings bestünde dann die Gefahr, daß der Mensch durch seine Sklaven versklavt werden könnte. Für Kevin Ulmer, den damaligen Direktor des Zentrums für weiterführende biotechnologis...

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