13.06.2014 / Inland / Seite 5

Drei plus X

NSU-Prozeß. Gibt es doch mehr Rechtsterroristen, als die Staatsanwaltschaft behauptet? An mehreren Tatorten stehen die ausführenden Täter nicht zweifelsfrei fest

Claudia Wangerin
Ein langhaariger Neonaziterrorist, der vielleicht noch frei herumläuft – das hatte die Bundesanwaltschaft nicht auf dem Zettel. Sie sieht sich auch durch eine neue Täterbeschreibung nicht veranlaßt, ihre These von der dreiköpfigen Terrorgruppe mit nur einer Überlebenden zu revidieren. Aber die letzten Verhandlungstage im Münchner NSU-Prozeß haben deutlich gemacht: Nicht an allen Tatorten der Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) sind die ausführenden Haupttäter so sicher identifiziert wie im Fall des Nagelbombenanschlags mit 22 Verletzten in der Kölner Keupstraße 2004. Dort hatten Überwachungskameras festgehalten, wie zwei Männer mit dem Aussehen der Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt das Fahrrad mit dem Sprengsatz plazierten. Eine Zeugin aus Nürnberg erkannte später auf diesem Videomaterial die Personen, die sie am 9. Juni 2005 in der Nähe des Tatortes gesehen hatte, an dem der Imbißbetreiber Ismail Yasar ersc...

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