12.06.2014 / Thema / Seite 10

Es gibt keine WM

Hintergrund. Heute beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Vom Turnier profitieren die FIFA und große Baukonzerne. Ein Spektakel für eine reiche Elite. Die sportbegeisterten Massen bleiben ausgeschlossen

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Steigende Mord- und Überfallraten, Verkehrschaos, Enteignungen und Vertreibungen von Favela-Bewohnern, Indigenen und Obdachlosen. Ob in Rio de Janeiro, Recife oder São Paulo: Seit Wochen gibt es Proteste gegen die Fußballweltmeisterschaft in ganz Brasilien; hinzu kommen Streiks von Busfahrern, Lehrern und Polizisten in Rio. Die Bevölkerung ist sauer, das Bild, das die internationale Presse zeichnet, katastrophal und die reelle Inflation absurd hoch. Und dennoch rollen ab heute Ball und Rubel – zumindest für die Gewinner dieser brasilianischen Skandal-WM 2014.

Nur Tage vor Beginn des Turniers waren erst wenige Straßen und Gassen in Rio mit gelb-grünen Girlanden und Nationalflaggen geschmückt. Bis auf den sündhaft teuren Umbau des Maracanã-Fußballstadions ist nichts fertig. Baustellen an jeder Ecke sowie Umleitungen machen den Cariocas, wie die Einwohner Rios bezeichnet werden, den Alltag zum Alptraum. Eine Weltmetropole gezeichnet von Ve...

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