06.06.2014 / Inland / Seite 5

Zufällig nicht rassistisch?

Sachsen, Sachsen-Anhalt: Antifaschistische Initiativen kritisieren Politiker und Ermittler für laxen Umgang mit rechter Gewalt. Prozeßauftakt gegen Neonazis in Halle

Susan Bonath
Rechte Gewalt steht in Sachsen und Sachsen-Anhalt nach wie vor auf der Tagesordnung. Derzeit werden mehrere Übergriffe auf Migranten vor Gericht verhandelt. In Nienhagen wurden Journalisten von einem Neonazi angegriffen. Opferberatungen und Initiativen kritisieren erneut, daß die Justiz rassistische Motive verharmlose und mangelnden Aufklärungswillen zeige. Auch die Politik greife zuwenig ein.

Am Donnerstag begann in Halle (Sachsen-Anhalt) der Prozeß gegen zwei 28 und 37 Jahre alte Männer, die im April 2013 einen irakischen Imbißbetreiber und dessen Freund in Großkugel im Saalekreis niedergeschlagen hatten. Der 44jährige erlitt Prellungen und offene Wunden. Die Angreifer sollen Sprüche wie »Ausländer raus« gebrüllt und den Hitlergruß gezeigt haben. Dies habe die Staatsanwaltschaft Halle aber nicht in die Anklage einfließen lassen, rügte gestern die Mobile Opferberatung (MOB) Sachsen-Anhalt Süd. Nebenklageanwalt Christian Avenarius ergänzte, d...

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