03.06.2014 / Inland / Seite 4

Kampf um Wohnraum

Europäische Aktivistinnen berichten in Berlin über Proteste und Aktionen in Zeiten der Euro-Krise

Fabian Rennig
Einhundert Besetzer sind bereits im Haus, als die Polizei morgens zur Räumung anrückt. »Es lebe der Kampf der Arbeiterklasse« rufen sie, Autos hupen ihnen zu. »Einmal haben wir einen Monat lang ausgeharrt, um eine Zwangsräumung zu verhindern«, kommentierte Lucía aus Spanien das mitgebrachte Video. Die interventionistische Linke (iL), das Blockupy-Bündnis und die Rosa-Luxemburg-Stiftung hatten sie und weitere in der Bewegung aktive Frauen aus Italien und Griechenland zur Veranstaltungsreihe »Dreimal Recht auf Stadt – Kämpfe um Wohnraum in der Euro-Krise« eingeladen. Auftakt war am vergangenen Montag in Berlin, in dieser Woche folgen zwei weitere.

»Der Besitz eines Hauses gehört für eine spanische Familie zu einem anständigen Leben«, erklärt Lucía. Die Wirtschaft basiere daher auf Immobilien, doch die Spekulation habe überhand genommen. Im Jahr 2010 standen demnach 3,4 Millionen Wohnungen im Land leer. Mit der Euro-Krise griff die Arbeitslosigkeit um...

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