02.06.2014 / Inland / Seite 5

Ohne einen Cent in der Tasche

Hartz IV: Chronisch Kranke wehrt sich gegen Amtsschikanen. Jobcenter sperrte ihr jetzt die Grundsicherung

Susan Bonath
Am liebsten würde sie arbeiten, doch Sabine Schulze (Name geändert) ist chronisch krank. Seit 2011 bezieht die gelernte Einzelhandelskauffrau Hartz IV. Ihre Wege zum Jobcenter »team.arbeit« Hamburg nennt sie »Spießrutenlauf«. Sie fühlt sich »gegängelt und schikaniert«. Seit zweieinhalb Jahren kämpft sie gegen Zwang und Sanktionen. Derzeit steht die 45jährige ohne Geld da. Schriftwechsel mit Anwalt und Behörden, die junge Welt einsehen durfte, füllen ganze Aktenordner.

Schulzes Odyssee begann, als sie im Frühjahr 2011 ihren ersten Antrag auf Grundsicherung stellte. »Zuerst kamen offenbar meine Unterlagen nicht an«, erinnerte sie sich im Gespräch mit jW. Das Jobcenter habe immer wieder Nachweise gefordert, die sie längst abgegeben habe: Personalausweis, Kontoauszüge, Mietvertrag. Nach über zwei Monaten drohte ihr der Verlust der Krankenversicherung. Auf Anfragen habe das Amt nicht reagiert. Schulze beauftragte einen Anwalt. »Erst auf seinen Druck hin erhie...

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