30.05.2014 / Inland / Seite 8

»Dahinter steckt ganz viel Überlebenswille«

Auf der Flucht nach Europa werden viele traumatisiert. Dort stoßen sie auf Rassismus und endlose Asylverfahren. Gespräch mit Annette Windgasse

Lena Kreymann
Annette Windgasse ist Traumatherapeutin und Leiterin des Psychosozialen Zentrums (PSZ) in Düsseldorf. Das PSZ bietet Psychotherapie und Beratung für traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer an sowie Fortbildungen für Fachkräfte und Ehrenamtliche

Viele Flüchtlinge kommen traumatisiert in Deutschland an. Wie äußern sich diese Traumata?

Es gibt Symptome, die auf der ganzen Welt ähnlich sind: erstens die Intrusionen, also die Vorstellung, daß das schreckliche Ereignis gerade jetzt passiert – in Alpträumen oder tagsüber selbst in sicheren Situationen, ausgelöst durch einen »Trigger« wie den Anblick einer Uniform. Zweitens die Vermeidung: Man meidet solche »Trigger«, vielleicht auch Gespräche über das Geschehene oder Filme, in denen geschossen wird. Drittens: Schreckhaftigkeit und emotionale Abstumpfung. Die Menschen kennen sich oft selbst nicht mehr. Manche der Symptome sind in der traumatisierenden Situation Schutzmechanismen, die sich hinterher...

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