27.05.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Enttäuscht von Edeka

Keine Betriebsräte und Tarifverträge in »privatisierten« Filialen. Ver.di nimmt genossenschaftlich organisierten Konzern in die Verantwortung

Daniel Behruzi
Edeka wirbt mit dem Spruch: »Wir lieben Lebensmittel.« Die Beschäftigten des Einzelhandelsriesen haben ihn umformuliert in »Wir lieben gute Arbeitsbedingungen«. Denn davon sind die Zustände in dem genossenschaftlich organisierten Konzern weit entfernt. Das gilt besonders für Filialen, die ausgegliedert und an formal selbständige Händler übergeben wurden. Diese »Privatisierung« geht in der Regel mit Tarifflucht, Abschaffung von Betriebsräten und einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen einher. So auch im Edeka-Markt Winsen/Aller, dessen Belegschaft am Montag mit einer Petition an die Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover auf die Probleme aufmerksam machte.

»Mega enttäuscht – statt supergeil«, lautet unter Anspielung auf einen weiteren Konzernwerbespruch der Titel des Protestbriefs. Von den 72 Beschäftigten der Filiale in der niedersächsischen Kleinstadt haben 66 die Petition unterschrieben. Sie berichten darin von ve...

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