26.05.2014 / Ausland / Seite 8

»Sie werden in Gefängnisse gesteckt und mißhandelt«

Vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien klagen über unmenschliche Behandlung in Bulgarien. Ein Gespräch mit Kai Weber

Gitta Düperthal
Kai Weber ist Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen fordert, die Abschiebung von Flüchtlingen nach Bulgarien zu stoppen, weil dort Menschenrechte verletzt werden. Wovon ist die Rede?

Uns liegen überwiegend Berichte von Flüchtlingen aus Syrien vor. Bislang gab es für sie die Möglichkeit, über die Türkei nach Europa zu kommen – die Grenze dorthin wird aber immer mehr abgeriegelt. Sie sind jetzt gezwungen, über das Mittelmeer oder über Osteuropa-Routen zu fliehen. Auf letzterem Weg landen sie auch in Bulgarien, versuchen aber, dort einen Asylantrag zu vermeiden. Sie wissen, daß sie entsprechend der Dublin-II-Gesetzgebung in keinem anderen Land mehr Asyl bekommen würden.

In Bulgarien aber werden sie häufig in Gefängnisse gesperrt und mißhandelt. Einige Flüchtlinge bezeugen, daß ganze Familien mehrere Tage inhaftiert waren – ohne Schutz vor Kälte, teilweise gab es weder etwas zu essen ...

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